Arzt verklagen?

Anke
Experte(in)
Experte(in)
Beiträge: 25
Registriert: 26. Jan 2017, 00:48

Arzt verklagen?

Beitragvon Anke » 7. Feb 2017, 21:50

Hallo,
hat von euch schon mal jemand versucht, rechtliche Schritte gegen den verordnenden Arzt zu unternehmen?
Wie kriegt man die Diagnose hin, weil beweisen kann man ja gar nichts...?

Freu mich über eure Erfahrungen oder Gedanken dazu
Gruß
Anke



Anke
Experte(in)
Experte(in)
Beiträge: 25
Registriert: 26. Jan 2017, 00:48

Re: Arzt veklagen?

Beitragvon Anke » 7. Feb 2017, 21:51

Ähhh, das Tablet mal wieder ;) meinte natürlich: Arzt verklagen...

Benutzeravatar
Schorsch
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 457
Registriert: 7. Okt 2016, 09:36

Re: Arzt veklagen?

Beitragvon Schorsch » 8. Feb 2017, 08:56

Hallo Anke,

ich bin dabei den Arzt wegen einem Behandlungsfehler zu verklagen. Meine Befunde wurden über ein Gutachter geprüft und die Kausalität zumindest der Muskel- / und Sehnenschäden wurde mir klar bestätigt. Bei mir hat der verschreibende Arzt gleich mehrere Fehler gemacht:

1. Er hat sich nicht an die medizinische Leitline gehalten, die ein anderes AB als Levofloxacin vorsah für meinen Behandlungsfall
2. steht Levofloxacin zudem auch noch auf dem roten Brief d.h. die Indikation ist nochmals eingeschränkter
3. hat er mich nicht über Risiken und Alternativen aufgeklärt und durch den sogenannten "Off Label Use" wird genau das umfangreicher nötig.

Das alles bescheinigt mir ein Gutachten, welches ich über die Krankenkasse habe kostenlos anfertigen lassen. Denn auch meine Kasse hat ja kein Interesse für andere Fehler zu zahlen. Du brauchst aber auch schon saubere Vorbefunde, Bestätigungen deiner Nebenwirkungen, Meldung an Bfarm etc. Auch ein Tagebuch inkl. Hergangsschilderung mit allen Details ist sinnvoll. Also musst du erstmal hier an der Basis ansetzen. Wenn du eine Rechtsschutzversicherung hast, rate ich dir einfach ein kostenloses Beratungsgespräch mit einem Anwalt zu führen, um dann ggf. entsprechende Schritte einzuleiten und um deine Situation zu prüfen.

Gruß Schorsch

Andreas_SQL
Junior
Junior
Beiträge: 8
Registriert: 5. Dez 2016, 15:47

Re: Arzt verklagen?

Beitragvon Andreas_SQL » 15. Feb 2017, 16:43

Hallo zusammen,

ich mache jetzt keinen neuen Thread auf.
Meine Krankenkasse habe ich über meine Vermutung, dass meine Probleme vom Flox kommen informiert. Das war in der ganzen Geschichte die erste Instanz, die einfach mal zugehört hat. Dort hat man mich an das kasseneigene Team für Behandlungsfehler verwiesen, die meine Geschichte aufgenommen haben. Ich habe ein Gedächtnisprotokoll angefertigt, alle mir vorliegenden Befunde eingereicht und dir behandelnden Ärzte von ihrer Schweigepflicht entbunden. Die Kasse holt alle weiteren, notwendigen Dokumente ein und beauftragt ein Gutachten, für mich auch kostenlos. Das soll nur klären, ob für meinen banalen Harnwegsinfekt Cipro indiziert gewesen ist, oder nicht. Ich glaube ich weiß schon, was in dem Gutenachten stehen wird. Was ich dann damit mache ist Teil 2. ich habe Kontakt zu meiner Rechtsschutzversicherung hergestellt, um zu prüfen, ob medizinrechtliche Themen da mit abgedeckt sind. Wenn ja, werde ich mir einen Medizinrechtler suchen und den Fall durchspielen. Werde Euch berichten.

Benutzeravatar
Schorsch
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 457
Registriert: 7. Okt 2016, 09:36

Re: Arzt verklagen?

Beitragvon Schorsch » 15. Feb 2017, 17:21

Hallo Andreas-SQL,

genauso habe ich es auch gemacht. Sehr gut !!!
Gib Rückmeldung. Die KK beauftragt den MDK als Dienstleister um zu prüfen ob Behandlungsfehler vorliegt. Die Abteilung Regress wird dann ja aktiv um Kosten zu sparen. Siehe zu das dein Gutachten gut wird und der Gutachter alle Infos zugestellt bekommt. Auch aufpassen was die Gutachter so äußern. Teils ist das nicht korrekt dann auf jedenfall Wiedersprechen. Am Ende vor Gericht zählen soweit ich weiß nur die Gutachten. Klar der Richter hat ja auch kein Plan von alledem. Wichtig für ein belastbares Gutachten ist auch ein gescheiter Befund. Am besten mehrere Ärzte besuchen um da gleich richtig unangreifbar zu werden.
Auch die Nebenwirkungen vom HA schriftlich bestätigen lassen. Das kannst du zuvor Selbst vorformulieren und ihm zeigen dann ggf. editieren und zeichnen lassen. Die Ärzte wollen da sicher kaum Zeit investieren aber für dich ist das genau das was du brauchst.

Ohne Basis kein Gutachten und ohne Gutachten keine Chance....Halte uns auf dem laufenden


Achja und ich rate dir nochmal man den Tryptophanstoffwechsel Test bei Ganzimmun. Wenn da bei dir was nachweisbar ist hast du wenigstens was in der Hand.

Gruß Schorsch

ssh95
Junior
Junior
Beiträge: 5
Registriert: 10. Mär 2017, 20:24

Arzt verklagen?

Beitragvon ssh95 » 18. Mär 2017, 08:03

Hallo,

mein Arzt verschrieb mir 40mg Prednisolon und Levofloxcacin 2x500mg für 7 Tage wegen Streptococcus pneumoniae. Nach 6 Tagen Einnahme, verspürte ich ein leichtes Kribbeln in der rechten Ferse, ging aber wieder weg. Jetzt (ca. ein Monat nach Einnahme) kann ich nur noch mit Hilfe von Krücken laufen. Inzwischen weiß ich aus den Medien, das Levofloxcacin toxisch auf das Sehnengewebe wirkt, was durch Prednisolon noch verstärkt wird (steht weder im Beipackzettel, noch hat der Arzt oder Apotheker mich darauf hingewiesen).

Den Bericht an die TK habe ich gesendet, als nächstes ist das Gutachten dran.

Gruß aus Berlin

Benutzeravatar
PeterPan
Fortgeschrittene(r)
Fortgeschrittene(r)
Beiträge: 16
Registriert: 25. Apr 2017, 11:37

Re: Arzt verklagen?

Beitragvon PeterPan » 16. Mai 2017, 07:57

Zu 90% aussergerichtliche Einigung!!!

http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirt ... m=facebook

zorro007
Fortgeschrittene(r)
Fortgeschrittene(r)
Beiträge: 20
Registriert: 16. Nov 2016, 08:40

Re: Arzt verklagen?

Beitragvon zorro007 » 8. Jun 2017, 07:37

Der Hausarzt, der mir das Medikament verschrieben hat, hat inzwischen seine Praxis aufgegeben. Kann eine Klage noch etwas bringen?
Viele Grüße
Zorro

Benutzeravatar
PeterPan
Fortgeschrittene(r)
Fortgeschrittene(r)
Beiträge: 16
Registriert: 25. Apr 2017, 11:37

Re: Arzt verklagen?

Beitragvon PeterPan » 8. Jun 2017, 13:04

Anwalt konsultieren, dann bist Du auf der sicheren Seite. Anruf für eine Ersteinschätzung sollte ja nicht die Welt kosten. Schon gar nicht, wenn man eine Rechtsschutz-Versicherung hat.

Benutzeravatar
Schorsch
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 457
Registriert: 7. Okt 2016, 09:36

Re: Arzt verklagen?

Beitragvon Schorsch » 8. Jun 2017, 17:29

Meiner Meinung nach eindeutig ja. denn er hatte zur Zeit seiner Aktiven Phase ja gezwungener Maßen eine Haftpflichtversicherung die entsprechende Schäden (Behandlungsfehler oder Kunstfehler) abdeckt. Kann man ihm hier entsprechende Dinge nachweisen muss ja auch ein Schadensregulierung nachträglich stattfinden.

Ich würde grundsätzlich Info bei einem Anwalt einholen, ob eine Klage hier Sinn macht. Rechtsanwalt Dr. Zimmermann wird hier im Forum dazu sicherlich Auskünfte angeben und seine Dienstleistungen anbieten. Daher haben wir hier ein eigenes Thema aufgemacht welches man dazu nutzen kann. Das ist halt alles noch in Abstimmung und Aufbau.

Gruß

Piper Maru
Junior
Junior
Beiträge: 6
Registriert: 9. Jun 2017, 13:12

Re: Arzt verklagen?

Beitragvon Piper Maru » 14. Jun 2017, 17:15

Also in der Ärzte-Lobby gilt ein Leitsatz und der ist so gut wie unumstößlich: "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus"
Und glaube mir, wenn ich Dir sage, das es (leider Gottes) so gut wie unmöglich ist, eine adäquate klage gegen einen Arzt durchzudrücken, der nicht grad 20 menscehn mit Vorsatz umgebracht hat und mit blutigen Latexhandschuhen erwischt wurde.
Nach einem Arbeitsunfall mit anschliessender kompletter Arbeitsunfähigkeit,inkl anschliessendem Ärztepfusch musste meine beste Freundin 8 Jahre klagen! Und in dem Moment als sie aufgeben wollte, wurde ihr dann doch eine Mini-Entschädigung zugesprochen. :shock:
Da schwingen Kräfte und Vetternwirtschaft auf ganz hohem (oder niedrigen???) Niveau mit, welches am Ende meist mehr Schaden anrichtet, als eine Verbesserung.
Ich möchte hier echt niemandem die illusion nehmen, aber man sollte , selbst in einem glasklaren fall von Ärzte-Schuld , die Durchtriebenheit der Ärztekammer dieses Landes auf dem Zettel haben. Der blanke Horror!

Benutzeravatar
PeterPan
Fortgeschrittene(r)
Fortgeschrittene(r)
Beiträge: 16
Registriert: 25. Apr 2017, 11:37

Re: Arzt verklagen?

Beitragvon PeterPan » 15. Jun 2017, 09:58

So ist es leider Piper Maru........ Ich merke das gerade am eigenen Leib.......

Piper Maru
Junior
Junior
Beiträge: 6
Registriert: 9. Jun 2017, 13:12

Re: Arzt verklagen?

Beitragvon Piper Maru » 15. Jun 2017, 15:39

PeterPan hat geschrieben:So ist es leider Piper Maru........ Ich merke das gerade am eigenen Leib.......


Dann bleib stark und halte durch. ;) Hast Du familiären Rückhalt oder Freunde, die Dir da zur seite stehen und rockst Du das quasi allein durch?

Benutzeravatar
PeterPan
Fortgeschrittene(r)
Fortgeschrittene(r)
Beiträge: 16
Registriert: 25. Apr 2017, 11:37

Re: Arzt verklagen?

Beitragvon PeterPan » 16. Jun 2017, 21:51

Beides ist vorhanden. Ohne geht es gar nicht..... Ich mache mir zwar keine Hoffnung aber die Gegenpartei soll merken, das Sie Scheisse gebaut hat ;-)


Zurück zu „Rechtliche Schritte“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste